Ein literarischer Abend mit Gesprächen über Erinnerungen, Familie und die eigene Geschichte

„Gemeinsam mit und über Literatur sprechen“ – unter diesem Motto fanden am 14. Januar die CHEMNITZER LITERATURGESPRÄCHE statt. Der Roman Machandel von Regina Scheer und das Sachbuch Rückkehr nach Lemberg von Philippe Sands bildeten die Basis der Gespräche. Die Bücher wurden von den Gästen Alexander Tsyterer (Studierender der TU Chemnitz) und Petra Seedorff (Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft e. V.) vorgestellt und gemeinsam mit den Moderatorinnen, Bernadette Malinowski (TUC) und Tina Horlitz (SWCZ), diskutiert.

Wie kann Literatur und in welcher Form können Geschichten und Texte uns dabei helfen, Gegenwärtiges zu verstehen, zu erfassen und aufzuarbeiten? Diese Frage aus dem Publikum zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Das Sachbuch „Rückkehr nach Lemberg“ verbindet die Recherche nach der eigenen Familiengeschichte mit einer spannend erzählten Geschichte des Völkerstrafrechts und seiner frühen Protagonisten. Der Autor verbindet Zeit-, Rechts- und Familiengeschichte so miteinander, dass die Leser sich unmittelbar im Geschehen wiederfinden und verschiedene Einblicke in einen wichtigen Teil des Völkerrechts erhalten. Während der Buchvorstellung und im Austausch darüber zeigte sich, wie bedeutend die Errungenschaft des heute geltenden internationalen Rechtes ist und den Einzelnen schützt oder auch zur Verantwortung zieht.

Der Roman „Machandel“ beleuchtet das Leben und die Erinnerungen verschiedener Menschen, die etwas Wesentliches miteinander verbindet: Sie suchen in der Vergangenheit und durch Gespräche mit Zeitgenossen nach Antworten auf Fragen, die sie sich in ihrer jeweiligen Zeit in der sie leben, stellen. Was wissen wir eigentlich aus unserer Vergangenheit und über unsere Familie und in welcher Weise prägen uns gesellschaftliche und politische Ereignisse?

Im Gespräch mit dem Publikum konnten beide Bücher verdeutlichen, wie wichtig und notwendig es ist, sich mit der Geschichte eines Landes und ihrer Menschen zu beschäftigen, um möglicherweise Antworten auf gegenwärtige Fragen zu erhalten. Und entsprechend zu Handeln.

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Fotos: Michele Scognamillo